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Brauner Streifen unter dem Nagel: Was Ihr Körper Ihnen damit sagen möchteBrauner Streifen unter dem Nagel: Was Ihr Körper Ihnen damit sagen möchteBrauner Streifen unter dem Nagel: Was Ihr Körper Ihnen damit sagen möchteBrauner Streifen unter dem Nagel: Was Ihr Körper Ihnen damit sagen möchteBrauner Streifen unter dem Nagel: Was Ihr Körper Ihnen damit sagen möchte


Datum: 31. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Brauner Streifen unter dem Nagel: Was Ihr Körper Ihnen damit sagen möchte
Ein dunkler Längsstreifen unter dem Finger- oder Zehennagel ist meist harmlos und oft die Folge einer kleinen Verletzung. In seltenen Fällen kann er jedoch ein Hinweis auf eine Veränderung sein, die ärztlich abgeklärt werden sollte ...

Ein schmaler brauner Strich, kaum breiter als ein Bleistiftstrich, und doch kann er eine Geschichte erzählen. Die meisten von uns schauen täglich auf ihre Hände, aber kaum jemand achtet bewusst auf die Nägel. Dabei sind sie so etwas wie ein kleines Fenster zu unserem Körper: Sie zeigen Spuren von Verletzungen, von Nährstofflücken und in seltenen Fällen auch von Veränderungen, die man nicht übersehen sollte.



Die Geschichte, die die Welt aufrüttelte: Bob Marley



Kaum ein Fall hat das Bewusstsein für dieses Thema so geprägt wie der des Reggae-Musikers Bob Marley. Wie die Skin Cancer Foundation berichtet, bemerkte der leidenschaftliche Fußballspieler einen dunklen Fleck unter seinem Zehennagel und hielt ihn zunächst für die Folge einer Sportverletzung. Später wurde bei ihm eine seltene Form von schwarzem Hautkrebs festgestellt, das sogenannte akrolentiginöse Melanom. Marley starb 1981 im Alter von nur 36 Jahren.



Fachleute des Krebszentrums der Universität von Colorado weisen darauf hin, dass eine solche Veränderung unter dem Nagel leicht mit einem Bluterguss verwechselt werden kann. Auch Cancer Research UK hat sich ausführlich mit dieser seltenen Melanomform beschäftigt. Marleys Geschichte zeigt vor allem eines: Aufmerksamkeit und eine frühe ärztliche Abklärung sind wertvoll, und zwar unabhängig von Alter und Hautfarbe.



Seine Nägel kennen heißt, seinen Körper kennen



Ein brauner oder schwarzer Streifen unter dem Nagel kann in seltenen Fällen ein Anzeichen für ein subunguales Melanom sein, also eine seltene Form von Hautkrebs, die unter dem Nagel entsteht. Trotzdem ist nicht jede Veränderung ein Grund zur Panik.



Das Problem dabei ist, dass viele Menschen noch zu wenig darüber wissen, was bestimmte Veränderungen der Nägel bedeuten können. In den letzten Jahren ist, auch dank der Medien, das Bewusstsein für Hautkrebs deutlich gestiegen. Die meisten denken dabei aber an auffällige Muttermale auf der Haut und kaum an die Nägel. Genau dort kann sich eine Veränderung zeigen, die leicht übersehen wird.



Streng genommen entwickelt sich ein solcher Tumor nicht im Nagel selbst, sondern im Gewebe darunter, meist in der Nagelmatrix, also dem Bereich, aus dem der Nagel wächst. Daher stammt der braune Streifen, der dabei entsteht. Häufig zeigt sich zunächst eine sehr helle, schmale Linie, die mit der Zeit dunkler und breiter werden kann.



Wie häufig ist ein Nagelmelanom?



Die gute Nachricht vorweg: Es ist selten. Laut einer Übersichtsarbeit im Journal of the American Academy of Dermatology macht das subunguale Melanom nur etwa 0,7 bis 3,5 Prozent aller Melanome aus. Nach Angaben der dermatologischen Enzyklopädie Altmeyers sind die Fingernägel häufiger betroffen als die Zehennägel, besonders der Daumen. Bei Menschen mit dunklerer Haut und in Asien macht diese Form einen deutlich größeren Anteil aller Melanome aus.



Die ABCDEF-Regel: eine Orientierungshilfe



Für die Haut kennen viele die bekannte ABCD-Regel. Für die Nägel haben amerikanische Dermatologen um Eyal K. Levit im Jahr 2000 eine eigene Merkregel vorgeschlagen, die in der Fachzeitschrift der amerikanischen Dermatologengesellschaft veröffentlicht wurde. Sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung, kann aber helfen, Veränderungen besser einzuordnen:




  • A wie Alter: Am häufigsten tritt die Erkrankung zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf.

  • B wie Band: ein braunes bis schwarzes Band mit einer Breite von 3 Millimetern oder mehr und unregelmäßigen Rändern.

  • C wie Veränderung: Der Streifen wird breiter oder dunkler, oder der Nagel verändert sich trotz Behandlung nicht.

  • D wie betroffener Finger: Am häufigsten betroffen sind Daumen, großer Zeh und Zeigefinger.

  • E wie Ausbreitung: Die Färbung reicht über den Nagel hinaus auf die umgebende Haut (das sogenannte Hutchinson-Zeichen).

  • F wie Familie: Melanome oder auffällige Muttermale in der eigenen Vorgeschichte oder in der Familie.



Die Autoren betonen, dass alle Merkmale gemeinsam betrachtet werden sollten. Eine sichere Diagnose kann jedoch nur eine feingewebliche Untersuchung, also eine Biopsie, liefern.



Nicht jeder Streifen ist ein Warnsignal



Beachten Sie aber auch, dass nicht jeder Streifen unter dem Nagel ein Anzeichen für Krebs ist. Im Gegenteil: Die allermeisten Verfärbungen haben harmlose Ursachen. Am häufigsten sind mechanische Verletzungen. Wer sich den Finger in der Tür einklemmt, beim Wandern zu enge Schuhe trägt oder beim Sport einen Tritt abbekommt, sieht oft wenige Tage später einen dunklen Fleck unter dem Nagel. Ein solcher Bluterguss wächst mit dem Nagel heraus. Das braucht allerdings Geduld, denn laut Medi-Karriere dauert es etwa sechs Monate, bis ein Fingernagel vollständig nachgewachsen ist, beim Zehennagel bis zu 18 Monate.



Auch die sogenannte Melanonychie, eine bräunliche Längsstreifung des Nagels, ist häufig harmlos. Wie die Fachliteratur beschreibt, kommt sie bei Menschen mit dunklerer Haut oft an mehreren Nägeln gleichzeitig vor und kann außerdem durch Verletzungen, bestimmte Medikamente oder Entzündungen der Haut entstehen. Ein wichtiger Hinweis: Betreffen Streifen mehrere Nägel gleichzeitig, steckt meist eine harmlose oder allgemeine Ursache dahinter. Ein einzelner, neu auftretender und sich verändernder Streifen verdient dagegen mehr Aufmerksamkeit.



Was die Ernährung für gesunde Nägel tun kann



Auf die Qualität und das Aussehen der Nägel wirkt sich auch die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen aus. Häufig lassen sich an den Nägeln zudem Hinweise auf das allgemeine Befinden ablesen. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind vor allem folgende Bausteine wichtig:




  • Eiweiß: Nägel bestehen überwiegend aus Keratin, einem Eiweiß. Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte, Fisch und Nüsse liefern die nötigen Bausteine.

  • Eisen: Eine Unterversorgung wird mit blassen, brüchigen oder löffelförmig verformten Nägeln in Verbindung gebracht. Gute Quellen sind Hülsenfrüchte, Hirse, Haferflocken, grünes Blattgemüse und Fleisch.

  • Zink: Es ist an der Zellteilung beteiligt und damit auch am Nagelwachstum. Es steckt in Kürbiskernen, Vollkorn, Käse und Meeresfrüchten.

  • Biotin: Eine ältere Studie im Journal of the American Academy of Dermatology deutet darauf hin, dass Biotin bei brüchigen Nägeln hilfreich sein kann. Ein zusätzlicher Nutzen ist jedoch vor allem dann zu erwarten, wenn tatsächlich ein Mangel besteht. Natürliche Quellen sind Eier, Nüsse, Haferflocken und Linsen.

  • Vitamin D: Es spielt eine Rolle für Knochen, Muskeln und das Immunsystem. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Benötigen wir im Frühling immer noch Vitamin D?



Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn ist die beste Grundlage für gesunde Haut und Nägel. Wie saisonale Lebensmittel dabei helfen können und warum eine tomatenreiche Kost zwar wertvoll ist, den Sonnenschutz aber keinesfalls ersetzt, erfahren Sie im Artikel Wenn die Natur den Speiseplan bestimmt: Warum saisonales Obst und Gemüse dem Körper so guttut.



Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht auf Verdacht eingenommen werden. Biotin kann zum Beispiel bestimmte Laborwerte verfälschen. Wer einen Mangel vermutet, lässt die Werte am besten ärztlich überprüfen.



Erfahrungen aus dem Alltag



Viele unserer Leserinnen und Leser kennen solche Momente. Eine Leserin entdeckte nach einem langen Bergurlaub einen dunklen Fleck unter dem großen Zeh und machte sich Sorgen. Die Hautärztin erkannte einen Bluterguss durch die Wanderschuhe, der Fleck wuchs innerhalb einiger Monate heraus. Ein Leser bemerkte dagegen einen schmalen Streifen am Daumennagel, der über Wochen langsam breiter wurde. Er ließ ihn untersuchen, und dank der frühen Abklärung konnte rasch Klarheit geschaffen werden. Beide Geschichten zeigen: Die Ursache ist meistens harmlos, doch der Gang zur Fachärztin oder zum Facharzt nimmt die Unsicherheit und ist bei auffälligen Veränderungen der richtige Weg.



Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?



Wenn Sie unter einem Ihrer Nägel einen Streifen bemerken, der ohne erkennbare Verletzung entstanden ist, breiter oder dunkler wird, unregelmäßig aussieht oder auf die umgebende Haut übergreift, empfehlen wir, ihn zeitnah von einer Hautärztin oder einem Hautarzt untersuchen zu lassen. Eine Blutuntersuchung reicht dafür nicht aus: Die Fachärztin oder der Facharzt betrachtet den Nagel meist mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) und entscheidet, ob eine Gewebeprobe nötig ist.



Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Fotografieren Sie den Nagel mit Datum. So lässt sich später leichter erkennen, ob sich etwas verändert hat oder ob ein Fleck mit dem Nagel herauswächst.



In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung. Verlässliche Informationen bieten der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums sowie die Deutsche Krebshilfe. Bitten Sie bei dieser Untersuchung ruhig darum, auch Finger- und Zehennägel anzuschauen.



Fazit



Die meisten Streifen und Flecken unter den Nägeln sind harmlos und gehen auf kleine Verletzungen, Medikamente oder Nährstofflücken zurück. Wer seine Nägel aber ab und zu bewusst betrachtet, eine ausgewogene Ernährung pflegt und bei neuen, sich verändernden Streifen eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsucht, tut viel für die eigene Gesundheit und für die eigene Gelassenheit.


 
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Februar 2015
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