Sie ziehen nach einem langen Tag die Schuhe aus, und plötzlich ist es da: dieser Geruch, der den ganzen Raum erfüllt. Sie haben geduscht, die Socken sind frisch, und trotzdem kommt er immer wieder. Was viele nicht wissen: Die Ursache liegt nicht immer nur auf der Haut. Manchmal lohnt sich auch ein Blick auf den Teller. Denn ein Spurenelement, das viele Menschen nur knapp über die Nahrung aufnehmen, wird immer wieder mit Haut, Schweiß und Wohlbefinden in Verbindung gebracht: Zink.
„Ich habe jahrelang nur Einlagen und Sprays gekauft“
Eine Leserin aus Graz erzählte uns von ihrem langen Weg: „Ich habe mich jahrelang geschämt, bei Freunden die Schuhe auszuziehen. Ich habe Puder, Einlagen und teure Sprays ausprobiert. Erst als ich meine Ernährung umgestellt habe – weniger Fertiggerichte, dafür öfter Haferflocken, Kürbiskerne, Linsen und einmal pro Woche Fisch – hatte ich das Gefühl, dass sich etwas verändert. Ob es nur am Zink lag, weiß ich nicht. Aber ich fühle mich insgesamt frischer und sicherer.“
Ähnliche Rückmeldungen erreichen uns immer wieder. Sie ersetzen zwar keine wissenschaftlichen Belege, zeigen aber, wie sehr das Thema viele Menschen beschäftigt – und wie belastend es im Alltag sein kann.
Wenn der Geruch das Leben einschränkt
Menschen, die sich bewusst sind, dass ihr Körper einen starken Geruch verströmt, sind oft verschlossener, tun sich schwerer, Anschluss zu finden, und fühlen sich auch im Beruf gehemmt. Noch unangenehmer ist es für jene, die es selbst gar nicht bemerken. Ein auffälliger Körpergeruch kann außerdem ein Hinweis auf gesundheitliche Beschwerden sein, etwa Probleme mit dem Magen, Pilzinfektionen oder Erkrankungen der Leber. Verändert sich der Geruch plötzlich deutlich, ist daher ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt sinnvoll.
Warum riechen Füße überhaupt?
Schweiß selbst ist nahezu geruchlos. An den Füßen sitzen jedoch besonders viele Schweißdrüsen, und in geschlossenen Schuhen entsteht ein warmes, feuchtes Klima. Dort zersetzen Hautbakterien die Bestandteile des Schweißes und der abgestorbenen Hautschüppchen – erst dabei entstehen die typischen, unangenehm riechenden Verbindungen. Wer also stark schwitzt, wenig lüftet und Schuhe aus Kunststoff trägt, bietet diesen Bakterien ideale Bedingungen.
Die wichtigste Grundlage bleibt die Pflege
Das wirksamste Rezept gegen Gerüche ist natürlich eine gründliche Körperpflege. Tragen Sie Kleidung aus Baumwolle oder anderen atmungsaktiven Naturfasern. Ziehen Sie dieselben Kleidungsstücke nicht zweimal an. Hinzu kommen ein paar einfache Gewohnheiten:
- Füße täglich waschen und vor allem zwischen den Zehen gut abtrocknen.
- Socken täglich wechseln, bei starkem Schwitzen auch öfter.
- Schuhe abwechselnd tragen, damit sie mindestens einen Tag lang auslüften und trocknen können.
- Wo möglich, offene oder luftdurchlässige Schuhe wählen.
Und was hat Zink damit zu tun?
Viele, die mit Gerüchen kämpfen, denken nie an ihre Nährstoffversorgung. Dabei könnte Zink durchaus ein Puzzleteil sein. Laut dem Amt für Nahrungsergänzungsmittel der US-Gesundheitsinstitute (NIH) ist Zink an der Arbeit von mehreren Hundert Enzymen beteiligt, unter anderem an Vorgängen, die für eine gesunde Haut, die Wundheilung und die Immunabwehr wichtig sind. Einige dieser Enzyme helfen dem Körper auch dabei, Stoffwechselprodukte abzubauen und auszuscheiden.
Ein direkter, wissenschaftlich gut belegter Zusammenhang zwischen Zinkmangel und Fußgeruch ist bislang allerdings nicht nachgewiesen. Ernährungsfachleute gehen eher davon aus, dass eine gute Zinkversorgung die Haut insgesamt in ihrer normalen Funktion unterstützt. Nicht ohne Grund wird Zink seit Jahrzehnten auch äußerlich in Deos, Fußpudern und Wundsalben eingesetzt.
Eine unausgewogene Ernährung gilt als einer der Faktoren, die zu Gerüchen beitragen können. Es lohnt sich daher, regelmäßig zinkreiche Lebensmittel zu essen. Meiden Sie möglichst viel Fertig- und Imbisskost sowie sehr fettige Speisen. Auch Alkohol und Kaffee in großen Mengen können das Schwitzen verstärken. Kaffee und schwarzer Tee enthalten zudem Gerbstoffe, die laut der Gesundheitsbibliothek der St.-Georg-Apotheke Heide die Zinkaufnahme hemmen können. Stark riechende Gewürze und Zutaten wie Kreuzkümmel und Knoblauch geben ihre Aromen teilweise über die Haut ab – wer zu Gerüchen neigt, kann sie vor wichtigen Terminen sparsamer verwenden.
Interessant in diesem Zusammenhang: Manche Forscher vermuten, dass unsere heutigen Lebensmittel insgesamt weniger Mineralstoffe enthalten als früher. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Warum Sie einfach nicht aufhören können zu essen: Schuld ist nicht Ihre Willenskraft.
Zink – der Superheld unter den Mineralstoffen
Zink ist ein echtes Multitalent. Es ist am Stoffwechsel beteiligt, unterstützt die normale Wundheilung, ist wichtig für die Erneuerung von Gewebe, für die Funktion der Muskeln, den Erhalt der Knochen sowie für die Bildung von Enzymen und Hormonen. Die AOK beschreibt Zink zudem als wichtigen Baustein für ein gut funktionierendes Immunsystem.
Da der Körper Zink weder selbst herstellen noch in größeren Mengen speichern kann, muss es regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Mögliche Anzeichen einer knappen Versorgung sind laut dem staatlichen Gesundheitsportal gesund.bund.de unter anderem eine erhöhte Infektanfälligkeit, Hautveränderungen, brüchige Haare und Nägel sowie eine verzögerte Wundheilung. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären.
Wo steckt am meisten Zink?
Am meisten Zink enthalten Meeresfrüchte – allen voran Austern –, Wild, Geflügel, Rind- und Kalbfleisch, Eier, Milchprodukte (besonders Hartkäse), dunkle Schokolade, Natur- und Wildreis, Buchweizen, Pilze und Sesammus. Viel Zink steckt auch in Nüssen, Haferkleie und Haferflocken, Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen sowie in Kürbiskernen.
Ein Tipp aus der Ernährungsberatung: Zink aus tierischen Lebensmitteln kann der Körper in der Regel besser verwerten als Zink aus Pflanzen. Grund dafür ist die Phytinsäure in Getreide, Hülsenfrüchten und Samen, die Zink bindet. Wie das Magazin von Hevert erklärt, lässt sich die Aufnahme verbessern, indem man Hülsenfrüchte und Getreide vor dem Kochen einweicht, keimen lässt oder auf Sauerteigbrot setzt. Auch ein Spritzer Zitronensaft oder die Kombination mit Ei, Joghurt oder Käse kann hilfreich sein.
Eine schöne Übersicht über weitere nährstoffreiche Alltagslebensmittel finden Sie in unserem Beitrag Lebensmittel, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken.
So könnte ein zinkreicher Tag aussehen
- Frühstück: Haferflocken mit Naturjoghurt, einer Handvoll Kürbiskerne und etwas Obst.
- Mittagessen: Buchweizen mit gebratenen Pilzen und einem Stück Rindfleisch oder ein Linseneintopf mit Sauerteigbrot.
- Zwischendurch: ein paar Nüsse oder ein Stück dunkle Schokolade.
- Abendessen: Fisch oder Meeresfrüchte mit Naturreis und Gemüse, alternativ ein Omelett mit Hartkäse.
Wie viel Zink braucht der Mensch?
Im Original dieses Artikels war von mindestens 15 Milligramm täglich die Rede. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt differenziertere Werte an: Je nachdem, wie viel Phytinsäure die Ernährung enthält, liegt die empfohlene Zufuhr für Erwachsene etwa zwischen 7 und 10 Milligramm bei Frauen und zwischen 11 und 16 Milligramm bei Männern. Wer viel Vollkorn und Hülsenfrüchte isst, braucht also etwas mehr.
Eine gute Versorgung trägt zu einem normal funktionierenden Immunsystem bei und unterstützt die normale Wundheilung. Zur Frage, ob Zink Erkältungen vorbeugen kann, ist die Studienlage laut einer Übersichtsarbeit der Cochrane-Organisation allerdings unsicher. Untersucht wurde Zink auch im Zusammenhang mit der altersbedingten Makuladegeneration: In der großen AREDS-Studie des US-Augeninstituts (NEI) war Zink Teil einer speziellen Nährstoffkombination, die bei bestimmten Betroffenen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen konnte – das ist jedoch eine ärztlich begleitete Anwendung und keine allgemeine Empfehlung.
Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln
Mehr ist nicht automatisch besser. Dauerhaft hohe Zinkmengen aus Präparaten können die Aufnahme von Kupfer stören und zu Übelkeit oder Magenbeschwerden führen. Die DGE und die AOK raten deshalb, den Bedarf möglichst über die normale Ernährung zu decken. Wer dennoch zu Kapseln oder Tabletten greifen möchte, sollte das vorher mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke besprechen – besonders bei Vorerkrankungen oder bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten.
Sanfte Unterstützung von innen
Neben einer zinkreichen Kost greifen viele Leser gerne zu frischen, selbst gemachten Getränken, um sich nach üppigen Tagen leichter zu fühlen. Anregungen finden Sie in den Artikeln Dieser grüne Abend-Drink könnte deiner Verdauung guttun – ein einfaches Rezept mit 5 Zutaten und Grapefruit, Zitrone und Petersilie: Der Detox-Drink, den viele nach dem Wochenende schwören. Auch andere Mikronährstoffe verdienen Aufmerksamkeit, wie unser Beitrag Warum manche Menschen essen, was sie wollen – und trotzdem schlank bleiben? Die Antwort könnte in einem oft übersehenen Vitamin liegen zeigt.
Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?
Wenn der Geruch trotz sorgfältiger Pflege und ausgewogener Ernährung bestehen bleibt, sich plötzlich verändert, die Haut zwischen den Zehen juckt, schuppt oder einreißt oder Sie ungewöhnlich stark schwitzen, ist ein Besuch in der Haus- oder Hautarztpraxis ratsam. Hinter solchen Beschwerden können etwa ein Fußpilz, eine Stoffwechselstörung oder eine übermäßige Schweißbildung stecken, die sich gezielt behandeln lassen.
Fazit
Gegen Fuß- und Körpergeruch helfen in erster Linie gründliche Pflege, atmungsaktive Kleidung und gut gelüftete Schuhe. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit zinkreichen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Eiern, Käse, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Nüssen und Kürbiskernen kann den Körper dabei sinnvoll ergänzen – und tut ganz nebenbei auch Haut, Haaren und Abwehrkräften gut.

























