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Gurkenwasser: Warum Sportstars wie Carlos Alcaraz darauf schwören – und warum Sie es nicht mehr wegschütten solltenGurkenwasser: Warum Sportstars wie Carlos Alcaraz darauf schwören – und warum Sie es nicht mehr wegschütten solltenGurkenwasser: Warum Sportstars wie Carlos Alcaraz darauf schwören – und warum Sie es nicht mehr wegschütten solltenGurkenwasser: Warum Sportstars wie Carlos Alcaraz darauf schwören – und warum Sie es nicht mehr wegschütten solltenGurkenwasser: Warum Sportstars wie Carlos Alcaraz darauf schwören – und warum Sie es nicht mehr wegschütten sollten


Datum: 14. AUG 26 - GESUND-&SCHÖNHEIT
Gurkenwasser: Warum Sportstars wie Carlos Alcaraz darauf schwören – und warum Sie es nicht mehr wegschütten sollten
Die Salzlake eingelegter Gurken gilt unter Sportlern als Geheimtipp gegen Muskelkrämpfe und zur Unterstützung des Flüssigkeitshaushalts.

Es klingt zunächst kurios: Ein Getränk, das die meisten Menschen achtlos den Abfluss hinunterschütten, sobald das letzte Stück Gewürzgurke aus dem Glas gefischt ist, wird auf den größten Tennisplätzen der Welt aus kleinen Fläschchen getrunken – mitten im Match, unter den Augen von Millionen Zuschauern.



Wenn Weltklasse-Sportler zur Gurkenlake greifen



Als Carlos Alcaraz beim Wimbledon-Finale 2023 während der Seitenwechsel immer wieder zu einem kleinen Fläschchen mit trüber Flüssigkeit griff, sorgte das für Aufsehen. Kommentatoren erkannten schnell: Der Spanier trank Essiggurkenwasser, um Muskelkrämpfen vorzubeugen – ein Ritual, das er seither bei nahezu jedem großen Turnier wiederholt, etwa bei den French-Open-Finals gegen Alexander Zverev oder im Halbfinale des Australian Open 2026. Sein Physiotherapeut Juanjo Moreno erklärte gegenüber der spanischen Sportzeitung Relevo, dass Alcaraz eine Mischung aus Gurkenwasser, Salzen und Vitaminen vorbeugend einnimmt, um Krämpfen zuvorzukommen. Auch andere Tennisprofis wie Jannik Sinner wurden inzwischen mit dem gleichen Griff zur Flasche beobachtet, wie unter anderem der US-Sender Today.com berichtete.



Auslöser für Alcaraz' Vorsicht war vermutlich sein French-Open-Halbfinale 2023 gegen Novak Djokovic, das er wegen schwerer Krämpfe im gesamten Körper praktisch aufgeben musste. Seither gehört die Gurkenlake fest zu seiner Ausrüstung. Und er ist beileibe nicht der Erste: Bereits im Jahr 2000 setzten die Philadelphia Eagles bei einem legendären NFL-Spiel gegen die Dallas Cowboys bei über 40 Grad Hitze auf Gurkenwasser, um Krämpfen vorzubeugen – ein Ereignis, das als „Pickle Juice Game“ in die Football-Geschichte einging.



Was steckt wirklich in der Lake?



Gurken – ob frisch oder eingelegt – gelten allgemein als gesundes, kalorienarmes Gemüse. Richtig ist auch, dass in eingelegten Gurken vergleichsweise viel Salz steckt. Weniger bekannt ist jedoch, dass gerade der Essig, in dem die Gurken schwimmen, reich an Mineralstoffen und weiteren Nährstoffen ist. In manchen Fällen enthält die Lake sogar mehr Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium als die Gurke selbst – schließlich handelt es sich um genau jene Elektrolyte, die beim Schwitzen verloren gehen. Wer regelmäßig auf elektrolytreiche Lebensmittel achtet, findet dazu auch 10 alkalische Lebensmittel, die Sie täglich essen sollten, weitere Anregungen.

Muskelkrämpfe: Was die Wissenschaft dazu sagt



Viele Ausdauersportler, insbesondere Radfahrer und Läufer, kennen das Problem plötzlicher Muskelkrämpfe nur zu gut. Statt zu teuren Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, schwören manche lieber auf einen Schluck Gurkenwasser – der Effekt tritt spürbar schnell ein, auch wenn der Krampf dadurch nicht immer vollständig verschwindet, sondern oft nur erträglicher wird.



Diese Erfahrung ist inzwischen auch wissenschaftlich untersucht worden. Forscher der Brigham Young University fanden in einer im Fachjournal Medicine & Science in Sports & Exercise veröffentlichten Studie, dass künstlich ausgelöste Muskelkrämpfe nach dem Trinken von Gurkenwasser rund 45 Prozent schneller nachließen als ganz ohne Flüssigkeit – und deutlich schneller als nach reinem Wasser. Interessant dabei: Die Forscher gehen davon aus, dass nicht die Elektrolyte selbst, sondern ein Reflex über Rezeptoren im Rachenraum für die rasche Linderung verantwortlich ist, wie auch die zuständige Universität in einer begleitenden Pressemitteilung erläuterte. Eine spätere, kleinere Studie der University of Michigan bei Patienten mit Lebererkrankungen und häufigen Krämpfen kam laut Berichten zu einem ähnlichen Trend, auch wenn – wie bei den meisten Untersuchungen zu diesem Thema – noch mehr Forschung nötig wäre, wie auch die Sportärztezeitung einordnet. Ein Wundermittel ist Gurkenwasser also nicht, aber ein interessanter, gut untersuchter Soforthelfer, den auch Spitzensportler nutzen.



Flüssigkeitshaushalt und Schwitzen im Sport



Auch beim Thema Flüssigkeitsversorgung wird Gurkenwasser gerne empfohlen. Da es Natrium und Kalium enthält – genau jene Elektrolyte, die der Körper beim Schwitzen verliert – setzen manche Sportler schon vor dem Training auf einen kleinen Schluck, um den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen. Wer mehr darüber wissen möchte, wie sich der eigene Elektrolythaushalt im Alltag ausgleichen lässt, findet dazu auch praktische Tipps im Beitrag Wann man kaltes bzw. warmes Wasser trinken sollte, in dem unter anderem beschrieben wird, wie man verlorene Elektrolyte nach dem Schwitzen wieder auffüllen kann. Auch das im Beitrag Ein Fettschmelzer nach der Mahlzeit vorgestellte Getränk wird unter anderem mit seinem Beitrag zur Flüssigkeitsversorgung und seinem Elektrolytgehalt in Verbindung gebracht.



Nach durchzechter Nacht: Hilft Gurkenwasser wirklich gegen den Kater?



Ein beliebter Einsatzbereich von Gurkenwasser ist der Morgen danach. Der Gedanke dahinter: Alkohol entzieht dem Körper spürbar Flüssigkeit sowie Salze und Elektrolyte – und genau diese liefert die Gurkenlake in konzentrierter Form nach. Fachleute bestätigen diesen Zusammenhang grundsätzlich, weisen aber auch darauf hin, dass Gurkenwasser dabei kein Wundermittel, sondern höchstens eine unterstützende Maßnahme neben ausreichend Wasser sein kann. Wer sich für weitere Hausmittel gegen den klassischen Kater interessiert, findet dazu auch den Beitrag Tomatensaft gegen Cholesterin (und noch viel mehr!), der ebenfalls beschreibt, wie ein elektrolytreiches Getränk beim Ausgleich nach durchfeierten Nächten helfen kann. Wichtig bleibt in jedem Fall: Zur Gurkenlake sollte immer auch reichlich Wasser getrunken werden.



Ein Hausmittel gegen Schluckauf



Ein weiterer, eher anekdotischer Anwendungsbereich ist der Schluckauf. Viele Menschen berichten, dass bereits ein kleiner Schluck Gurkenwasser genügt, um lästiges Schlucken schnell zu beenden. Eine wissenschaftliche Erklärung dafür steht noch aus – vermutlich spielt hier, ähnlich wie bei Muskelkrämpfen, ein Reiz im Rachenraum eine Rolle. Als sanftes, risikoarmes Hausmittel für den gelegentlichen Gebrauch spricht jedoch grundsätzlich wenig dagegen.



Gurkenwasser bei PMS und Menstruationsbeschwerden



Manche Frauen berichten außerdem, dass ihnen ein Schluck Gurkenwasser bei Unterleibskrämpfen und allgemeinem Unwohlsein während der Menstruation oder in der PMS-Phase guttut – möglicherweise, weil auch hier Magnesium und andere Mineralstoffe eine unterstützende Rolle spielen könnten. Belastbare wissenschaftliche Studien speziell zu diesem Zusammenhang gibt es bislang jedoch kaum, weshalb dieser Effekt vorerst als Erfahrungswert und nicht als gesicherte Wirkung gelten sollte. Bei starken oder wiederkehrenden Regelschmerzen empfiehlt sich ohnehin der Gang zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt.



Worauf Sie achten sollten



So praktisch Gurkenwasser als gelegentlicher Helfer sein kann – Expertinnen und Experten der Cleveland Clinic weisen darauf hin, dass es recht natriumreich ist: Bereits eine Tasse kann rund ein Drittel der empfohlenen Tagesmenge an Salz enthalten. Für gesunde Menschen ist ein gelegentlicher Schluck in der Regel unbedenklich, wer jedoch unter Bluthochdruck, Nieren- oder Herzproblemen leidet, sollte laut Fachleuten vorher lieber Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt halten und Gurkenwasser nur in kleinen Mengen und nicht dauerhaft konsumieren.



Fazit



Das nächste Mal, wenn das letzte Stück Gewürzgurke aus dem Glas verschwunden ist, lohnt sich also ein zweiter Blick auf die trübe Flüssigkeit, die zurückbleibt. Ob als schneller Griff bei einsetzenden Wadenkrämpfen nach dem Sport, als kleine Starthilfe an einem trägen Morgen oder einfach als ungewöhnliche, aber nährstoffreiche Ergänzung des Speiseplans: Gurkenwasser hat mehr zu bieten, als es sein unscheinbarer Ruf vermuten lässt. Wer es künftig regelmäßig probieren möchte, kann bereits mit einem kleinen Schluck pro Tag beginnen – am besten mit Blick auf die eigene Salzbilanz und im Zweifel nach Rücksprache mit einer Fachperson.


 
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Februar 2015
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