Neuesten Nachrichten


Interaktive Widgets:




Wenn die Medizin schweigt: 5 Krebs-Mythen im FaktencheckWenn die Medizin schweigt: 5 Krebs-Mythen im FaktencheckWenn die Medizin schweigt: 5 Krebs-Mythen im FaktencheckWenn die Medizin schweigt: 5 Krebs-Mythen im FaktencheckWenn die Medizin schweigt: 5 Krebs-Mythen im Faktencheck


Datum: 9. AUG 26 - GESUND-&SCHÖNHEIT
Wenn die Medizin schweigt: 5 Krebs-Mythen im Faktencheck
Zucker, künstliche Süßstoffe, Ansteckungsgefahr, positives Denken: Um kaum eine Krankheit ranken sich so viele hartnäckige Gerüchte wie um Krebs. Wir haben fünf verbreitete Aussagen mit aktueller Forschung abgeglichen ...

Ein Anruf, ein Wort, das alles verändert: „bösartig". Für Millionen Menschen weltweit beginnt mit diesem Moment ein Weg, der von Hoffnung, Angst und unzähligen gut gemeinten Ratschlägen aus dem Bekanntenkreis begleitet wird. Kein Wunder, dass sich um kaum ein anderes Thema so viele Halbwahrheiten ranken wie um Krebs.



Wie sehr das Thema Menschen bewegt, zeigte sich im Mai 2005: Popstar Kylie Minogue musste mitten in ihrer Welttournee mitteilen, dass bei ihr Brustkrebs im Frühstadium festgestellt worden war (Rolling Stone). Nach Operation, Chemo- und Strahlentherapie kehrte sie auf die Bühne zurück. In Australien beobachtete man in der Folge einen spürbaren Anstieg bei Vorsorgeuntersuchungen – ein Phänomen, das später als „Kylie-Effekt" bekannt wurde. 2026 machte sie in einer Netflix-Dokumentation öffentlich, dass die Erkrankung 2021 noch einmal zurückgekehrt war – und sie sie erneut überwunden hat (Brisant/ARD). Ihre Geschichte zeigt zweierlei: wie sehr Krebs jeden treffen kann – und wie wichtig verlässliche Aufklärung anstelle von Mythen ist.

Mythos 1: Eine Krebsdiagnose ist immer ein Todesurteil


Diese Angst sitzt tief – ist aber längst überholt. Laut dem aktuellen Bericht der American Cancer Society liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate über alle Krebsarten hinweg inzwischen bei rund 70 Prozent; in den 1970er-Jahren waren es noch etwa 50 Prozent (American Cancer Society). Wie hoch die Heilungschancen im Einzelfall sind, hängt stark von Krebsart, Krankheitsstadium und Lokalisation des Tumors ab – manche Formen gelten weiterhin als besonders schwer behandelbar, und eine Behandlung kann sich über Jahre erstrecken. Fest steht aber: Eine Diagnose bedeutet heute für die meisten Betroffenen nicht mehr automatisch das Schlimmste.



Mythos 2: Zucker „füttert" den Krebs


An diesem Mythos ist ein Körnchen Wahrheit dran – nur nicht so, wie oft behauptet. Bereits 1924 beobachtete Nobelpreisträger Otto Warburg, dass Krebszellen Traubenzucker deutlich anders verstoffwechseln als gesunde Zellen – der sogenannte „Warburg-Effekt" (Harvard Medical School). Dieses Prinzip macht man sich heute sogar in der Diagnostik zunutze, etwa bei der PET-Untersuchung. Was daraus aber nicht folgt: dass ein Verzicht auf Zucker einen bestehenden Tumor „aushungert". Der Körper stellt auch ohne Zuckerzufuhr über die Leber eigene Glukose her (World Cancer Research Fund). Wofür Zucker in großen Mengen aber tatsächlich mitverantwortlich sein kann: Übergewicht. Und Übergewicht wiederum wird laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) mit einem erhöhten Risiko für mindestens 13 Krebsarten in Verbindung gebracht (National Cancer Institute). Wer seinen Zuckerkonsum senkt, tut seinem Körper also durchaus etwas Gutes – über den Umweg eines gesünderen Körpergewichts, nicht durch eine direkte „Aushungerung" von Tumorzellen.



Mythos 3: Künstliche Süßstoffe verursachen Krebs


2023 sorgte eine Meldung der Weltgesundheitsorganisation für Schlagzeilen: Die Krebsforschungsagentur IARC stufte den Süßstoff Aspartam als „möglicherweise krebserregend für den Menschen" ein, Kategorie 2B (WHO/IARC). Das klingt alarmierend, bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass ein ursächlicher Zusammenhang bewiesen ist – die Einstufung stützt sich auf „begrenzte Evidenz". Sowohl die europäische Behörde EFSA als auch die US-Behörde FDA halten Aspartam bei haushaltsüblichem Konsum weiterhin für unbedenklich (American Cancer Society). Ganz „gesund" sind Süßstoffe deshalb trotzdem nicht zwingend: Einige Studien bringen einen sehr hohen Konsum von Light-Getränken mit einem gesteigerten Risiko für Übergewicht in Verbindung – und Übergewicht ist, wie oben erwähnt, ein anerkannter Risikofaktor für Krebs. Die pragmatischste Empfehlung bleibt daher: Wasser, ungesüßter Tee und ein maßvoller Umgang mit stark gesüßten Getränken – ob mit Zucker oder Süßstoff.



Mythos 4: Krebs ist ansteckend


Hier lässt sich Entwarnung geben: Krebs selbst ist nach übereinstimmendem Stand der Forschung nicht ansteckend. Eine gesunde Person kann sich durch Nähe, Berührung, Küssen oder gemeinsames Essbesteck nicht bei einem Krebspatienten anstecken – das Immunsystem erkennt fremde Zellen in aller Regel und zerstört sie, bevor sie sich ansiedeln können (Dana-Farber Cancer Institute). Nur in extrem seltenen Ausnahmefällen – etwa bei Organtransplantationen von einem unerkannt erkrankten Spender – wurden Übertragungen von Krebszellen dokumentiert. Was tatsächlich übertragbar ist, sind bestimmte Viren und Bakterien, die das Krebsrisiko erhöhen können: HPV (in Verbindung mit Gebärmutterhals- und Rachenkrebs), Hepatitis B und C (Leberkrebs) sowie das Bakterium Helicobacter pylori (Magenkrebs). Genau deshalb gelten Impfungen gegen HPV und Hepatitis B heute als wichtiger Baustein der Krebsvorsorge (HCG Oncology). Fleisch grundsätzlich zu meiden, um sich vor „Ansteckung" zu schützen, ist wissenschaftlich nicht begründet; sinnvoller ist es, auf anerkannte Risikofaktoren wie Rauchen, hohen Alkoholkonsum und chronische Infektionen zu achten und Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.



Mythos 5: Positives Denken heilt Krebs


Der Satz „Du musst nur daran glauben" ist gut gemeint – hält der Forschung aber nicht stand. Eine der größten und methodisch strengsten Studien zu diesem Thema, veröffentlicht im Fachjournal Cancer der American Cancer Society, untersuchte über 1.000 Patientinnen und Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren und fand keinen Zusammenhang zwischen emotionaler Verfassung und Überlebenszeit (American Cancer Society). Weder eine besonders optimistische noch eine pessimistische Grundhaltung veränderten, wie lange die Erkrankten lebten. Das bedeutet nicht, dass die innere Einstellung bedeutungslos ist: Ein realistisch-optimistischer Umgang mit der Erkrankung kann die Lebensqualität während der Behandlung spürbar verbessern. Wichtiger als „immer positiv" zu sein, ist es demnach, auch negative Gefühle wie Angst oder Traurigkeit zuzulassen, statt sie zu unterdrücken – und sich bei Bedarf professionelle psychoonkologische Unterstützung zu holen.



Am Ende zeigt der Blick auf die Fakten: Bei kaum einem anderen Thema lohnt es sich so sehr, zwischen Küchenmythos und wissenschaftlicher Evidenz zu unterscheiden wie bei Krebs. Wer unsicher ist, sollte sich nicht auf Gerüchte aus dem Bekanntenkreis verlassen, sondern das Gespräch mit Ärztin oder Arzt suchen.


 
Krebsmythen
 
Krebsdiagnose
 
Zucker und Krebs
 
Künstliche Süßstoffe und Krebs
 
Positives Denken bei Krebs
 





Rundum gesund - RSS
Copyright (c)
Rundgesund.com
Februar 2015
π Kontakt:
info@rundgesund.com
Über uns   |   Facebook Rundum Gesund - Seitenanfang