Neuesten Nachrichten


Interaktive Widgets:




Mehr CO₂, mehr Pollen – und plötzlich ergibt Ihr Frühlingsschnupfen einen ganz neuen SinnMehr CO₂, mehr Pollen – und plötzlich ergibt Ihr Frühlingsschnupfen einen ganz neuen SinnMehr CO₂, mehr Pollen – und plötzlich ergibt Ihr Frühlingsschnupfen einen ganz neuen SinnMehr CO₂, mehr Pollen – und plötzlich ergibt Ihr Frühlingsschnupfen einen ganz neuen SinnMehr CO₂, mehr Pollen – und plötzlich ergibt Ihr Frühlingsschnupfen einen ganz neuen Sinn


Datum: 7. AUG 26 - GESUND-&SCHÖNHEIT
Mehr CO₂, mehr Pollen – und plötzlich ergibt Ihr Frühlingsschnupfen einen ganz neuen Sinn
Eine Studie der Harvard University zeigt: Je mehr Kohlendioxid in der Luft liegt, desto mehr allergener Pollen wird produziert. Was das für Allergiker bedeuten könnte – und welche sanften Alltagsstrategien laut Erfahrung und Forschung helfen können.

Kratzt Sie der Hals schon wieder, obwohl der Frühling gerade erst begonnen hat? Tränen Ihre Augen, kaum dass Sie die Wohnung verlassen? Vielen Menschen geht es in den letzten Jahren spürbar so – und offenbar ist es nicht nur Einbildung. „Ich dachte lange, ich werde einfach empfindlicher mit den Jahren", erzählt eine Leserin, die seit einigen Jahren unter zunehmend heftigem Heuschnupfen leidet. „Bis ich gelesen habe, dass sich die Pollensaison selbst verändert hat – nicht nur ich."



Genau hier setzt eine Forschungsarbeit der Harvard University an, die einen bislang wenig beachteten Zusammenhang sichtbar macht: den zwischen steigendem CO₂-Gehalt der Atmosphäre und der Menge an Pollen, die Pflanzen freisetzen.



Was die Wissenschaft tatsächlich zeigt



Ein Forschungsteam um Dr. Peter Wayne und Dr. Paul Epstein von der Harvard Medical School untersuchte, wie sich unterschiedliche CO₂-Konzentrationen auf das Wachstum und die Pollenproduktion von Ambrosia (Traubenkraut), einer stark allergenen Pflanze, auswirken. In kontrollierten Gewächshäusern wurden Pflanzen bei zwei verschiedenen CO₂-Werten gezogen: einmal bei rund 350 ppm (in etwa dem Niveau von 1980) und einmal bei 700 ppm, wie es in Zukunftsszenarien diskutiert wird.



Das Ergebnis der im Fachjournal Annals of Allergy, Asthma & Immunology veröffentlichten Studie: Bei doppelter CO₂-Konzentration produzierten die Pflanzen rund 61 % mehr Pollen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein wärmeres, CO₂-reicheres Klima die Belastung durch Allergene erhöhen könnte. Epstein selbst wies später darauf hin, dass steigende CO₂-Werte offenbar auch das frühere Blühen mancher Bäume begünstigen – mit möglichen Folgen für Frühjahrs- wie Herbstallergiker.



Warum das mehr als ein Nasenproblem sein kann



Pollen ist kein harmloser Blütenstaub. Bei entsprechender Veranlagung kann er beim Immunsystem eine deutliche Abwehrreaktion auslösen. Typische Beschwerden sind verstopfte Nase, juckende Augen, Müdigkeit und bei manchen Betroffenen auch Atembeschwerden. In ausgeprägter Form kann dies zu allergischer Rhinitis führen, in manchen Fällen begleitet von Asthma.



Nach Angaben des European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF), gestützt auf Daten der Weltgesundheitsorganisation, waren weltweit bereits rund 400 Millionen Menschen von allergischer Rhinitis betroffen – mit besonders hoher Häufigkeit in Europa. Wie sich diese Zahl künftig entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab; Fachleute gehen jedoch davon aus, dass Umwelteinflüsse dabei eine Rolle spielen.



Hinweis: Die genannten Zahlen und Studienergebnisse dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden empfiehlt sich der Besuch einer Ärztin oder eines Arztes.



Was traditionelle Hausmittel dazu sagen



Der Griff zur Natur hat bei saisonalen Beschwerden eine lange Tradition. Ein häufig genanntes Beispiel ist die Brennnessel, die natürliche Pflanzenstoffe enthält, welche traditionell als milde Unterstützung bei Heuschnupfen-Beschwerden geschätzt werden. Wer möchte, kann in der Blütezeit (etwa März bis Juni) einen Tee aus frischer oder getrockneter Brennnessel zubereiten – dabei gilt: nicht zu stark aufbrühen, da die Pflanze intensiv wirkt.



Auch regional produzierter Honig wird in der Volksheilkunde traditionell mit der sogenannten „lokalen Gewöhnung" an Pollen in Verbindung gebracht. Wissenschaftlich ist dieser Effekt bislang nicht eindeutig belegt, dennoch spricht schon der hohe Gehalt an Vitaminen, Enzymen und Antioxidantien dafür, Honig als Teil einer ausgewogenen Ernährung zu genießen.



Der bekannte US-Mediziner Dr. Andrew Weil, ein Pionier der integrativen Medizin, empfiehlt in seinen Beiträgen zu saisonalen Allergien unter anderem eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C sowie Omega-3-Fettsäuren, etwa aus Leinsamen oder fettem Fisch, um das Immunsystem zu unterstützen. Zum Thema Darmflora verweist Weil zudem auf Studienergebnisse, wonach Teilnehmende, die über mehrere Wochen bestimmte Probiotika einnahmen, von milderen allergiebedingten Beschwerden berichteten. Auch eine 2022 veröffentlichte Übersichtsarbeit zu Probiotika bei saisonaler allergischer Rhinitis kommt zu einem ähnlich vorsichtig positiven Bild: In mehreren untersuchten Studien zeigte sich eine gewisse Linderung der Beschwerden, auch wenn die Ergebnisse je nach Probiotikum-Stamm unterschiedlich ausfielen.



Was Sie im Alltag konkret tun können



Wer unter Pollen leidet, ist den Beschwerden nicht hilflos ausgeliefert. Die kritischsten Monate liegen meist zwischen März und Ende Juni, wobei besonders Gräserpollen häufig Beschwerden auslösen. Durch den Klimawandel verschieben sich diese Zeitfenster jedoch zunehmend – ein Phänomen, das die Wissenschaft weiterhin genau beobachtet.



Einige bewährte Alltagstipps:



  • Lüften Sie bevorzugt früh morgens oder spät abends, wenn die Pollenkonzentration in der Luft niedriger ist

  • Trocknen Sie Wäsche nach Möglichkeit drinnen statt im Freien

  • Waschen Sie nach einem Spaziergang im Freien Gesicht und Haare

  • Nutzen Sie bei Bedarf Pollenschutzgitter oder -filter und halten Sie sich an besonders belastenden Tagen mehr in Innenräumen auf



Der größere Zusammenhang



Klimaveränderungen betreffen längst nicht nur schmelzende Gletscher in fernen Regionen – sie wirken sich, wie die Pollenforschung zeigt, auch ganz direkt auf unseren Alltag aus. Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich die Pollensaison in manchen Regionen bereits spürbar verlängert hat und die Pollenmenge über die letzten Jahrzehnte zugenommen haben könnte – wobei die genauen Ursachen komplex und noch Gegenstand laufender Forschung sind.



Fazit



In einer Zeit, in der sich die Natur schneller zu verändern scheint als erwartet, lohnt sich der Blick auf zwei Ebenen: auf altbewährte, sanfte Hausmittel wie Kräutertees und eine bewusste Ernährung – und gleichzeitig auf ein größeres Bewusstsein für Umwelt und Klima. Beides schließt sich nicht aus, im Gegenteil: Wer heute auf sein Wohlbefinden achtet, profitiert oft auch morgen davon.



Die Luft, die wir einatmen, ist längst mehr als nur Luft. Sie spiegelt wider, wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

 
Frühlingsschnupfen
 
Pollenallergie
 
CO₂-Effekte auf Pollen
 
Harvard-Studie
 
Allergene Pollen
 





Rundum gesund - RSS
Copyright (c)
Rundgesund.com
Februar 2015
π Kontakt:
info@rundgesund.com
Über uns   |   Facebook Rundum Gesund - Seitenanfang